Buch: Eckart Meyners neuestes Werk

von Jeannette Aretz

Datum: 20.10.2016


pferdia tv Meyners KosmosEckart Meyners und Schüler in Aktion. Der Titel des neuen Buches lautet: "Wie bewegt sich der Reiter? Bewegungsabläufe verstehen, Sitz und Hilfengebung verbessern".

 

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Darauf haben viele Reiter schon gewartet: Das neue Buch von Eckart Meyners ist soeben erschienen. Diesmal konzentriert sich der Gründer der Bewegungslehre nach E.M. darauf, die Bewegungsabläufe klar verständlich zu machen. Zwei Trends in der Reiterszene werden auch beleuchtet und mit eingebracht: Das Faszientraining und das Trainieren mit den Franklin-Bällen. 

 

Aufgeteilt ist das Buch namens "Wie bewegt sich der Reiter?" in folgende Bereiche:
 
  • Hinführung zur Selbstständigkeit inklusive Kritik an bestimmten Unterrichtskonzepten
  • Punkte, die den korrekten Sitz ausmachen
  • die Anatomie des Reiters
  • Bewegungsprobleme und ihre Behebung inklusive der Vorstellung vom Balimo Stuhl 
  • innere Abläufe beim Reiten, insbesondere, was im Gehirn dabei passiert
  • Faszien und wie man sie mit Franklinbällen erreicht
  • Bewegungslernen

 

Äußerst deutlich kritisiert Eckart Meyners den anweisungsorientierten Unterricht. Schon lange wird in der Theorie gefordert, dass die Funktion vor der Form des Reiters zu werten ist. Doch in der Realität sind stumpfes Einfordern von Form gängig. Typische Beispiele hierfür sind sicherlich ‚Absatz tief! und ‚Hände ruhiger'.

 

pferdia tv Meyners Kosmos Von der Turnmatte in den Sattel: Typisch Meyners.
pferdia tv Meyners KosmosWie Franklinbälle eingesetzt werden ist auch zu sehen.
 
Diese Forderungen werden oftmals aufgestellt, ohne dem Reiter den Weg zu dieser Form aufzeigen zu können. Eckart Meyners hat in der historischen Literatur gegraben und führt Zitate von Reitmeistern auf, die schon vor Jahrzehnten und Jahrhunderten sich ebenso gegen diesen anweisungsorientierten Unterricht aussprachen. Ein Beispiel von Plunivel, 16. - 17. Jahrhundert:
 
„Sire, mit wenig Reden zur gegebenen Zeit kann man die Menschen besser ausbilden als mit dauerndem Geschrei…!" 

 

 

 

 pferdia tv Meyners KosmosViele Übungsabfolgen werden im Bild gezeigt. Gut für das Training daheim!

 

Meyners findet Beweise dafür, dass schon bei diesen Quellen vor zuviel sprachlicher Information auf einmal gewarnt wurde, die Überforderung angesprochen wurde, und ein Fühlen zu Pferde angestrebt wurde, das aus Vertrauen ohne Übereilen heraus entstehen konnte. Der Rhythmus von An- und Entspannung wurde schon hier als förderlich festgestellt.  

 

 

pferdia tv Meyners Kosmso Soeben erschienen.
pferdia tv Meyners KosmosNeue Bewegungserfahrungen, hier mit der Lochbrille, darauf kommt's an.

 

Sicherlich bringt das Buch vor allem auch unterrichtenden Personen einen Nutzen. So wird zum Beispiel detailliert beschrieben, wie ein Unterricht, der handlungsorientiert abläuft, funktionieren kann. Da ist Eckart Meyners in seiner Profession als Sportpädagoge deutlich herauszulesen. Es folgen kurz-knackige Beschreibungen der körperlichen Gegebenheiten, die es dem Reiter ermöglichen, einen guten Sitz zu entwickeln bzw. dies manchmal eben verhindern.

  

 

pferdia tv Meyners Kosmos Dürfen nicht fehlen: Übungen auf dem Balance-Stuhl.
pferdia tv Meyners KosmosVon den Augen angefangen: Bewegungen neu spüren.

 

 

Gewöhnungsbedürftig, aber interessant: Er stellt zum Beispiel eine Lochbrille vor, deren Funktion erst 2011 wissenschaftlich untersucht wurde. Um damit zu sehen, muss der Reiter die Augen spielend über die verschiedenen Löcher gleiten lassen. Das wiederum, diese nicht starrende Augenbewegung, hat Auswirkungen auf ein lockeres Becken und damit auf den guten Sitz des Reiters. 
 
Weitaus praktischer geht es im zweiten Teil des Buches zu. Hier werden gymnastische Übungen für bestimmte Probleme in Fotos gezeigt und im Text beschrieben. Zu Problemen im Brustwirbelbereich etwa, oder bei den Hüftbeugern. Ein ebenso praktisches Kapitel ist das über die Franklinbälle (zu deren Anwendung Eckart Meyners übrigens nun auch einen Film mit pferdia tv gedreht hat). Viele Bilder zeigen die Einsatzmöglichkeiten, ebenso ist das Kapitel über die Faszien gestaltet. Viele Möglichkeiten, seinen Körper so zu dehnen, oder mit einer Walze namens Backroll zu massieren, so dass diese Strukturen erreicht werden, zeigt Eckart Meyners hier auf. 

 

>>>Kurzum: Insbesondere für Interessierte an Faszien- und Franklinball-Übungen geeignet. Genauso, wie für Menschen, die in der Reitlehre tätig sind oder sich diesbezüglich zum eigenständigen Lernen weiterbilden möchten. 

Das Buch ist im Kosmos-Verlag erschienen. Es kostet 29,99 Euro. Alle Fotos mit freundlicher Genehmigung vom Kosmos-Verlag entnommen aus „Wie bewegt sich der Reiter?". Die Fotografien stammen von Gudrun Braun (1) und Pauline von Hardenberg (alle weiteren). 

* = Diese Rezension ist mit Unterstützung des Kosmos-Verlags entstanden.

  


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