Frage an Ingrid Klimke: Was tun bei Bocksprüngen?

von Jeannette Aretz

Datum: 24.10.2017


Wenn das Pferd den Hintern in die Luft schmeisst, löst das für die meisten Reiter ein mulmiges Gefühl aus. Geht es richtig zur Sache, wird schnell Angst daraus. Was tun, wenn es kein kleiner Freudenbuckler ist, sondern echtes Bocken? Ingrid Klimke beantwortet eine Zuschauerfrage zum Thema und hat handfeste Tipps bereit. 

 

Ingrid Klimke pferdiathek

Firlefranz, das junge Nachwuchspferd von Ingrid Klimke, kann auch schon mal recht lustig sein. Foto: Inge Vogel

 

Die Spannweite reicht von einem Hüpferchen aus Übermut bis zum gefährlichen Bocken: Genau deshalb gibt es auch kein Patentrezept für bockende Pferde. Auch nicht bei Reitmeisterin Ingrid Klimke. Die Ausbilderin erklärt jedoch, in welchem Fall welcher Ansatz vermutlich funktioniert. In der heutigen Videobotschaft zeigt sie verschiedene Wege auf, solche Situationen zu vermeiden und erklärt zudem, wie sie damit umgeht, wenn's dennoch passiert.

Einmal im Monat wendet sich Ingrid Klimke in dieser Rubrik direkt an die Zuschauer. Regelmäßig filmen wir die Reitmeisterin aus Münster bei ihrem Training und nehmen stets auch eine Frage und Antwort zu einem Zuschauerproblem auf. Ingrid Klimke erzählte zum Beispiel schon an dieser Stelle, was der Reiter tun kann, wenn das Pferd Angst vor entgegen kommenden Pferden hat, oder was zu tun ist,  wenn das Pferd hinter die Senkrechte kommt. In anderen Videonachrichten erklärte sie zum Beispiel einer Zuschauerin, was zu tun ist, wenn sich das Pferd heraushebt und wie man sein Pferd fleißig am Bein macht. Heute geht es um diese Zuschauerfrage:

 

"Was tun, wenn mein Pferd bockt?" 

 

 

 


Zum Merken, die wichtigsten Infos:

  • Bei jungen Pferden ist ein harmloses Buckeln eigentlich ein gutes Zeichen: Das Pferd zeigt seinen Lebensfreude, es ist motiviert. Dennoch: Es muss so sein, dass man nicht herunter fällt, und die Intensität ist zu beachten!

  • Sicherheit bedenken:  

    • Halsring mitnehmen zum Festhalten 
    • Sicherheitssitz beachten: Fußspitze vor’s Knie nehmen (genau erklärt das Chris Bartle in unseren Filmen!) 
    • Den Reiterpo aus dem Pferderücken nehmen (also wieder leichter Sitz), damit man den Bocksprung nicht selbst in den Rücken bekommt und aus dem Sattel herauskatapuliert wird

  • Übermut vor dem Reiten durch Weidegang und bei Bedarf zusätzlichem Ablongieren abbauen (erst ohne Hilfszügel, dann mit Dreieckszügeln)
  • Intensität des Bockens macht den Unterschied:
    • Schüttelt sich das Pferd nur ein wenig? Dann Kopf des Pferdes hoch und weiterreiten. 
    • Steigert sich das Pferd hinein und buckelt immer mehr? Dann nach vorn reiten, das Pferd ablenken, arbeiten. Am besten im Ansatz erkennen dass es loslegen möchte und beschäftigen: zulegen - einfangen - Gangart wechseln - Linie verkleinern und vergrößern. Das Pferd soll wissen: Fängt es an zu buckeln, wird es anstrengend. 

 

 

  

  

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