Frage an Ingrid Klimke: Was tun, wenn das Pferd sich von der Kulisse beeindrucken lässt?

von Jeannette Aretz

Datum: 15.02.2018


Gar nicht so einfach: Wenn das Pferd guckig ist und absolut nicht in diese eine Ecke rein möchte! Oder die Zuschauer ihm Angst machen, oder der Traktor aussieht, als sei er ein Löwe. Doch Ingrid Klimke weiß Rat und erklärt in der Videobotschaft, wie sie ängstlichen Pferden den Weg weist. 

 

Ingrid Klimke pferdiathek

Firlefranz geht auf diesem Foto brav an der Filmkamera vorbei – aber man sieht noch, wie er dort hinschielt.  Foto: Inge Vogel

 

Firlefranz glotzte. Aber nicht auf die vollen Ränge. Die Zuschauer waren ihm egal. Die kleine Filmkamera da ganz dicht am Viereck, die fand er sehr seltsam. Das brachte den jungen Fuchs so ausser Fassung, dass er nicht mehr auf dem Hufschlag bleiben wollte.

 

Abweichen vom eigentlichen Plan

Passiert ist das so beim Ingrid Klimke Symposium im vergangenen Herbst. Der junge Wallach Firlefranz brauchte seine Zeit, um mit unserer Filmkamera vertraut zu werden. In der Situation kommentierte Ingrid Klimke live aus dem Sattel, dass sie jetzt von ihrem eigentlichen Plan abweiche, und das mit der Kamera und Firlefranz erst mal klären müsse. Wer selbst mal schauen will: Hier haben wir das Symposium und den guckigen Firlefranz aufgezeichnet.

 

Das Pferd hat Angst vor Schildern

Wer kennt das nicht! Je nach Pferdetyp können einem solch vermeintliche Schreckgespenster ganz schön zu schaffen machen. Das kann die Kamera sein, oder auch einfach ein neues Schild am Wegesrand, da wo auf der Geländestrecke doch noch nie eines stand.

 

Genau dann, wenn man es nicht brauchen kann

Besonders ärgerlich: Meistens passiert so etwas ja auch in Situationen, auf die beide lange hin gearbeitet haben: Bei einem Kursbesuch oder während der Prüfung auf dem Turnier. Da sitzt reiterlich eigentlich alles prima, doch Reiter und Pferd können nicht zeigen, was in ihnen steckt, weil das Pferd Gespenster sieht.

 

Doch: auch das kann man bis zu einem gewissen Grad zuhause vobereiten. Ingrid Klimke erklärt in dieser Videobotschaft, wie sie jungen Pferden die Angst vor fremden Dingen nimmt.

 

Ihr, die Zuschauer, könnt die nächste Frage an Ingrid Klimke stellen! 

Die Rubrik „Eine Frage an Ingrid Klimke“ findet Ihr übrigens regelmäßig ein Mal im Monat im Magazin bei uns. Kostenfrei. Die Ausbilderin beantwortet stets Fragen von Euch – von pferdia-Zuschauern. Da wir ganz oft im Laufe des Jahres bei ihr daheim sind und dort filmen, nehmen wir jedes Mal auch eine Frage von Euch mit, die Ingrid Klimke dann vor laufender Kamera beantwortet. Wer eine Frage hat: Einfach eine Mail an uns senden. Wir suchen dann aus, welche der Fragen für viele von Euch interessant sein könnte.

 

Ingrid Klimke erzählte zum Beispiel schon an dieser Stelle, was der Reiter tun kann, wenn das Pferd Angst vor entgegen kommenden Pferden hat, oder was zu tun ist,  wenn das Pferd hinter die Senkrechte kommt. In anderen Videonachrichten erklärte sie zum Beispiel einer Zuschauerin, was zu tun ist, wenn sich das Pferd heraushebt und wie man sein Pferd fleißig am Bein macht. Heute geht es um diese Zuschauerfrage:

 

"Was tun, wenn sich das Pferd von der Kulisse beeindrucken lässt?" 

 

 

 


Zum Merken, die wichtigsten Infos:

  • Ergänzende Vorbereitungen mithilfe von Natural Horsemanship sind nützlich
  • Gegenstände zum Üben aufbauen (Tisch und Tischdecke zum Beispiel) oder aus dem Umfeld nutzen (Traktor zum Beispiel)
  • Führpferd dazu nehmen
  • Gerte an der Schulter als Begrenzung hilft oft
  • Im Schritt beginnen: Führpferd geht voraus, junges Pferd hinterher
  • Umdrehen ist verboten! Stehenbleiben, rückwärtsgehen ist ok, daraus dann wieder anreiten
  • Schulterhereinartig Schritt für Schritt zur vermeintlichen Gefahr hin
  • Gern Schnuppern lassen, „Danach ist der Bann oft gebrochen!“
  • Vorbeigegangen? Dann stehen bleiben, loben, mit der Hand und der Stimme
  • Wenn es mit Führpferd geht, dann das Führpferd hinter die Gefahr platzieren, und das unerfahrene Pferd alleine zur vermeintlichen Gefahrenquelle hinreiten. Das Pferd lernt so: „Der Mensch begleitet mich so lange zum Löwen, bis ich da angekommen bin. Bin ich da angekommen, ist es gar nicht so schlimm!“ 

     

     

  

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