Pferde verstehen unsere Worte

von Jeannette Aretz

Datum: 12.03.2018


pferdia a life with horses

Pferde verstehen, was wir sagen. Sie können Worte wunderbar voneinander unterscheiden. Auch wenn wir leise und ohne Singsang in der Stimme sprechen. Alles eine Frage der sanften Konsequenz und Konditionierung. Foto: Klara Freitag

 

 

 

Heute will ich Euch nur eine Klitzekleinigkeit erzählen. Es ist eigentlich nur einen Satz:

Pferde verstehen unsere Worte.

 

Mich hat das nämlich zuletzt sehr verblüfft. Ich dachte nämlich immer, dass sie ein Kommando prima mit einer Wortmelodie verknüpft lernen. So etwas wie: „Teee-rab!“ , „Neein!“, „A-lleee!“

 

Basics noch mal neu

Doch ich habe in dem Kurs bei uns mit Lisa Röckener gelernt, dass sie ganz normal und freundlich ausgesprochene Worte sehr schnell zu verstehen lernen. Und das kam so: Vormittags hatten wir eine Horsemanshipeinheit, nachmittags eine Reiteinheit am Halsring. In der Horsemanshipeinheit ging es anfangs um das Führen. Antreten lassen und Stehen bleiben. Basics also, aber etwas anders, als ich das bisher kannte.

 

Wir sollten anfangs unsere Pferde nicht per Körpersprache, sondern auf das bloße Wort stehen und angehen lassen. „An“ sollte losgehen bedeuten, „Halt“ stehenbleiben. Und kein lautes, deutliches „Haaaaalt!“, sondern ein Halt, in einem Tonfall gesprochen, wie man zu seinem Tischnachbarn sagen würde: „Reich mir mal die Butter bitte“. Freundlich, eher leise.

 

Ohne Nachdruck in der Stimme

That’s it, das ist alles! Kein Nachdruck, auch nicht, wenn es nicht funktionierte beim ersten Mal. Reagierte das Pferd nicht wie gewünscht, dann kam eine freundliche Warnung, „Naaaa!“, und dann das gleiche Kommando nochmal (nicht energischer ausgesprochen!) aber plus Gertenverstärkung. Tippen oder zeigen mit der Gerte, wohlgemerkt, mehr nicht. Natürlich bin ich anfangs in die Verstärkungs-Falle getappt. „NA!“ habe ich gesagt und viel lauter als zuvor „HALT“. Gar nicht nötig.

 

Alles, was man braucht ist Konsequenz, was meint: immer gleich reagieren. Nach zwei Einheiten kannte mein Pferd das Wort „An“. So klein sich das anhört, ich fand das unglaublich verblüffend.

 

Weil es nicht in Kombination mit menschlicher Körpersprache geschah.

Weil es nicht mit einem Singsang verknüpft wurde.

Weil es leise und freundlich blieb.

 

Wie viel Verfeinerung geht noch?

Leiser und unaufwendiger als beim Longieren zum Beispiel. Aber vielleicht muss man da auch einfach mal ausprobieren, wie weit man herunterstufen kann. Vielleicht wird dann aus einem „GA-LOPP!“ einfach nur ein „Galopp“.

 

Verblüffend.

Flüstern auf diese Art & Weise ist möglich.

 

P.S.: Natürlich verstehen die Pferde die Wortbedeutung nicht ohne Konditionierung. Man könnte „Blumentopf“ statt „An“ für das Losgehen sagen, erklärte Lisa im Kurs. Tatsächlich geht eines unserer Pferde jetzt auf das Wort „Hopp!“ los. Welches das wohl ist? Vielleicht kommt Ihr drauf, wenn Ihr Euch die anderen Bilder dazu hier auf dem Blog selbst anseht! Bin gespannt, ob jemand richtig tippt!

 

*************

Einmal die Woche gibt's hier im pferdia-Magazin einen Artikel aus dem Blog www.alifewithhorses.de. Hier spreche ich, Jeannette, über Motivation & Gedanken zum Reiten und erzähle, was ich so mache, wenn ich gerade nicht am Laptop sitze und über berühmte Pferde und Menschen schreibe. 

 

 

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