Reiterlicher Frühjahrsputz: Was Du jetzt neu lernen kannst

von Jeannette Aretz

Datum: 19.04.2018


 pferdia Jessica von Bredow-Werndl Vielseitig unterwegs sein verhilft auch auf die Weltrangliste der Dressurreiter! Hier die aktuell so erfolgreiche Jessica von Bredow-Werndl mit ihrem Bruder, Ausbilder Benjamin Werndl. Fotos: Inge Vogel  

 

Der Frühling da draußen ruft auf zu neuen Taten! Alles ist im Aufbruch, wie schön! Wald und Feld sind wieder gut bereitbar, Pferd und Reiter bauen Kondition auf. Jetzt liegt die ganze Saison vor uns Reitern. Eindeutig der beste Moment, Neues zu Lernen und die eigenen Routinen am Pferd zu überdenken.

 

Deshalb kommt hier heute für Euch ganz viel Inspiration für den eigenen Pferdealltag!

 

Zuerst eine Checkliste:

 

Schreib’ genau auf, wie lange es her ist, dass Du diese Aktivitäten mit Pferd gemacht hast. Nicht nur denken, sondern mit einem Stift notieren. Das Ergebnis kann wirklich verblüffen!

 

Wann bist Du das letzte Mal:

 

  • Mit einem / mit zwei / mit fünf anderen Reitern ausgeritten? Die Gruppengröße macht einen großen Unterschied aus! Manchen Pferden behagt es nämlich gar nicht, mit mehreren unterwegs zu sein. Da hilft nur: Üben! Sonst bleibt so ein Thema manchmal ein ganzes Pferdeleben lang bestehen.
  • Mit einem Anhänger zu einem anderen Ausreitgelände oder zu einer anderen Trainingsstätte gefahren?
  • Mit Pferd spazieren gegangen?
  • Aus purer Lust auf einen Kurs gefahren?
  • Bodenarbeit gemacht?
  • Auf einem Übungsturnier gewesen?
  • Gesprungen?
  • Im Wald konzentriert gymnastiziert und geritten, statt einfach die Seele baumeln zu lassen? Oder, anders herum: ganz entspannt draußen unterwegs gewesen, statt an Trainingszielen zu feilen?
  • Mit ganz viel Zeit nur zum Tüddeln am Stall gewesen?
  • Eine Turnieraufgabe mental durchgegangen, statt sie tatsächlich zu reiten?

 

 

Ergebnisse notiert? Jetzt überlege: Was davon findest Du super, aber machst Du zu wenig? Was würdest Du davon gern aufnehmen in Dein Training der nächsten Wochen? Hier kommen noch ein paar Anschubser.

 

Probier’ doch mal wieder:

 

  • eine Cavaletti-Reihe aufzubauen (zum Reiten oder für das Longieren)
    Für Großpferde gelten folgende Maße als Anhaltspunkt: Trab: 1,20-1,40 Meter Abstand, Galopp In-Out: 2,80 – 3,20 Meter Abstand, Galopp mit einem Galoppsprung dazwischen: 5,00 – 5,50 m Abstand

 

  • einen Turniertag zu proben, um die Aufregung besser bewältigen zu können. Das geht auf einem Übungsturnier oder auch daheim! Wenn Du es am heimischen Stall probieren willst, einfach unter Euch, und der Stallbetreiber die Idee auch gut findet, kannst Du in die Planung gehen. Erster Schritt: Die anderen Einstaller dafür gewinnen. Dann Musik und Mirkofon organisieren! Am Tag selbst teilt Ihr Euch auf: Einer spielt den Richter, einer filmt. Garantiert gibt’s neugierige Nasen, die zugucken wollen – sehr gut, sollen sie, das erhöht nochmal den Adrenalinspiegel! Mach’ Dich und Dein Pferd wirklich turnierschick und bereitet Euch vor, als wäret Ihr tatsächlich auf dem Turnier. Spätestens, wenn der Sprecher den ersten Reiter aufruft, spürst Du die Aufregung! Die Übung von Mentaltrainer Andreas Mamerow verbessert Deine Fähigkeiten, mit solch aufregenden Situationen umzugehen.

 

 

 pferdia Jessica von Bredow-Werndl  Galopptraining für die Kondition. Fotos: Inge Vogel  

 

 

  • Im Wald Gehorsam und Gymnastizierung abfragen
    • Übung Trab-Warten: Ein Reiter trabt an, der andere soll im Schritt weitergehen. Kurz darauf pariert der trabende Reiter durch, wartet auf das andere Pferd oder reitet zurück. Wie weit der erste Reiter davontrabt, ob wenige Tritte oder ein gutes Stück, ist Ermessenssache.
    • Übung Seitengänge: Travers, Schulterherein, Schenkel weichen lassen - kann man alles wunderbar am Wegesrand abfragen. Wer hier im Wald ein konzentriertes Pferd hat, wird in der Bahn kein Problem haben. Plus: Im Gelände ist vieles davon einfacher, weil der natürliche Vorwärtsdrang hilft, das Vorwärts in der Lektion nicht zu vergessen.
    • Übung Biegung: Um Baumreihen herum das Pferd voltenartig biegen. Wer will baut, anhalten, geradeaus antraben, wieder durchparieren, rückwärtsgehen, stehen bleiben mit ein.
    • Viele richtig gute Ideen für das Gymnastizieren im Gelände findest Du in unserem Film über das Hangbahntraining!

 

Übrigens ändern sich die eigenen Routinen manchmal unbewusst. Vielleicht hast Du früher regelmäßig lange Ausritte eingeplant, aber seit einiger Zeit ist das irgendwie in Vergessenheit geraten. Oder es gab mal die gemeinsame Aktion, alle Pferde ein Mal die Woche frei springen zu lassen, und das ist wieder eingeschlafen. Jetzt, im Frühjahr, sind die meisten Leute gut zu motivieren, wieder anzufangen! Frag’ bei Deinen Reiterkollegen rum und werde aktiv!

 

Vielleicht giert es Dich auch nach etwas total Neuem?

 

Gibt es reiterlich etwas, das Du schon immer lernen wolltest? Schreib’ mal unzensiert Deine Reiterträume auf (meint: Ohne ein Vorgreifendes ‚Geht nicht weil....!’). Vielleicht ist ja etwas von dieser Liste dabei:

 

Neues lernen! Was reizt Dich?

 

 

 

Input dafür findest Du in unseren Filmen, und von dort ausgehend hast Du schon mal einen viel besseren Eindruck, welche Ausbildungsrichtung für Dich in Frage kommen. Geh’ zu Kursen, als Zuschauer oder als Teilnehmer, und suche Dir einen Ausbilder vor Ort, der helfen kann, lies viel und bleibe hungrig! Es gilt:

 

Wer wissensdurstig ist, und ins Umsetzen kommt, der kommt auch irgendwann ans Ziel!

 

Viel Freude und Erfolg Euch dabei!

 

 

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