Buch: Sicher und frei reiten

von Inge Vogel

Datum: 08.05.2017


 pferdiathek kosmosAutorin und Ausbilderin Jenny Wild. Fotos: Kosmos Verlag 

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Frisch erschienen: Das zweite Buch von Jenny Wild und Peer Classen. Dieses Buch zeigt, wie der Zugang zur Horsemanship-Arbeit aussehen kann. Ziel ist das freie Reiten, doch es werden vor allem viele Einstiege in die Kommunikation mit dem Pferd gezeigt und beschrieben. Jenny und Peer werden schon bald auch pferdia Ausbilder sein. Denn: wir filmen gerade eine große Horsemanship-Reihe. 

 

Wichtig vorab, bevor Übungsabläufe erklärt werden: Zu Beginn definieren die Autoren, was sie unter 'frei reiten' in Bezug auf Sicherheit verstehen. 

Zentral ist für sie die Beziehung zum Pferd und die Verantwortung: „Nur wenn Pferd und Reiter beide gelernt haben, ihre Verantwortungen wahrzunehmen, kann es echte Sicherheit geben“, schreiben sie. „Die Freiheit dient dabei einerseits als Trainingsmittel, andererseits aber auch als Prüfstein. Pferd und Mensch lernen dabei, mit ungewohnten Freiheiten umzugehen und den Kopf einzuschalten, anstatt in schwierigen Situationen nur auf einander zu reagieren. Das ist unserer Meinung nach die beste Versicherung.“ 

 

 

pferdiathek  Peer Classen, Autor und Ausbilder.
pferdiathekSoeben erschienen im Kosmos-Verlag. 

 



Schön wird der Unterschied zwischen den typischen Reaktionen des Menschen bei Angst (Festhalten mit Händen und Beinen) und des Pferdes (Fluchttier, also ist die Reaktion des Menschen umso beängstigender) herausgearbeitet. Die Ausbilder kommen zu dem Schluss: „Die beste Voraussetzung für ein sicheres Pferd ist ein souveräner Mensch“. Außerdem sollen Sicherheitsübungen das Pferd Stück für Stück dahin bringen, dass es weniger automatische Reaktionen zeigt, sondern bewusster antwortet.

 

pferdiathek Möglichst frei mit Pferden zusammen sein - ein Wunsch vieler Reiter.

 

Energie: Die wichtigste Hilfe

Der wichtigste Baustein dieser Methodik liegt darin, Energie hoch und herunter zu fahren. Mit Energie ist das gemeint, was der Mensch dem Pferd durch Ausdruck, Körperspannung und Körpersprache entgegen bringt. Das kann zu Beginn etwa verwendet werden, um das Pferd zu Desensibilisieren auf vermeintliche Gefahren von außen, und es zudem zu Sensibilisieren auf den Menschen an sich. 

 

pferdiathek  Die Hilfengebung in Detailfotos - auch das gehört zum Buch.
pferdiathekDer Sohn der beiden ist selbst schon ein guter Reiter: Horseman Henry. 

 

 

Aufsteigen üben

Wie das genau geht, wird in diversen Übungsabläufen gezeigt: Zum Beispiel, was man tun kann, wenn das Pferd ungern neben einer Aufstiegshilfe stehen bleibt. Oder wie man das Satteln in kleine Schritte einteilt, dabei das Pferdeverhalten genau beobachtet und Signale erkennt, die das Pferd sendet. Wann es ‚Ja’ zum Satteln sagt, und in welcher Situation es körpersprachlich mit ‚Nein’ antwortet. 

 

Der letzte, umfangreiche Teil des Buches beschäftigt sich mit Übungen vom Pferderücken aus. Zum Beispiel das ‚Eckenspiel’, bei dem die Pausen in den Ecken eingebaut werden: „Das verlässliche, nahe Ziel motiviert die Faulen, bremst die Flotten aus und gibt den Nervösen Sicherheit durch Vorhersehbarkeit und Struktur“, erklären die Autoren. Die Handlungsanweisungen ans Pferd werden dabei mehr und mehr durch den Fokus und die Energie des Reiters ersetzt. 

 

>> Ein empfehlenswertes Buch für alle, die sich einen Leitfaden wünschen, wie sie Horsemanship-Arbeit am Boden in den Sattel transferieren. Es kostet 29,99 Euro und ist erschienen im Kosmos-Verlag. Alle Fotos aus "Sicher und frei reiten" mit freundlicher Genehmigung des Kosmos-Verlags.

 

 

 

   

Das Geheimnis unsichtbarer Hilfen Buchcover FN


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