Herbstausritte & Jagdreiten: Die besten Tipps

von Jeannette Aretz

Datum: 21.09.2017


 

 pferdiathek

Das Ursprüngliche an der Bewegung draußen mit der Gruppe reizt viele Jagdreiter. Alle Fotos: Inge Vogel. 

 

Wir können es nicht leugnen: Der Herbst ist da! Die Pferde schieben Fell, Kastanien liegen auf den Wegen. Das Gute daran ist: Jetzt ist die Zeit für schöne Herbstausritte und für die Mutigen unter uns auch für Jagden. Was bei der Vorbereitung hilft, damit es ein schönes Erlebnis wird, verraten unsere Experten.

 

  

Vom Dressurviereck ab ins Jagdfeld: Ist das denkbar? Wir haben Dressurausbilderin Britta Schöffmann gefragt, ob sie sich das vorstellen kann - und welche Voraussetzungen für den Normalo-Reiter  zu erfüllen sind, damit der Ausflug ins Jagdreiter- oder Geländereitermetier auch eine gute Erfahrung wird: „Das Pferd muss gut kontrollierbar sein, der Reiter muss körperlich so fit sein, dass er im leichten Sitz längere Strecken galoppieren kann“, sagt sie.

 

Jagdreiten für Sandkastenakrobaten?

Gefahr ginge häufig auch von Gruppendynamiken aus: Man wisse ja nicht, wie gut alle Mitreiter ihre Pferde im Griff haben. „Deshalb empfehle ich stets, auf Abstand zu achten! Je besser die Reiter sind, die im Pulk reiten, desto schöner wird das Erlebnis“, so ist sie sich sicher. Je unerfahrener die Mitreiter selbst sind, desto mehr müsse man selbst aufpassen. Für flotte Gelände – und Herbstritte empfiehlt sie den Spring- oder Vielseitigkeitssattel. Lange Bügel und tiefe Sitzflächen, wie im Dressursattel üblich, sind für solche Ausflüge nicht zu empfehlen.

 

pferdiathek Gräf

Es geht über Felder, Wiesen, Äcker! 

 

Unebenheiten trainieren

Vorbereitend helfe es außerdem, in kleineren Gruppen im Gelände längere Strecken bergauf und bergab zu reiten. Zuvor sollte ein Konditionstraining eingehalten werden, das mindestens drei, vier Wochen in Anspruch nimmt. Besonders wichtig ist solch eine Vorbereitung für Pferde, die fast nur ebenen Boden gewöhnt sind: „Es ist etwas anderes, längere Strecken vorwärts zu galoppieren, statt versammelt zu galoppieren“, erklärt die Dressurausbilderin. Und: "Wenn die Bodenverhältnisse schlecht sind, würde ich mit meinem Dressur-Kracher vermutlich lieber gemütlich allein ins Gelände gehen, statt eine Jagd zu reiten. Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste."  

 

 

pferdiathek Gräf

Pikeure sollen sich zum Beispiel auch um Reiter kümmern, die der Gruppe nicht folgen können.

 

pferdiathek Klimke

Es macht viele Menschen glücklich - wie hier zu sehen ist!

 

Entlastungssitz und Kondition

Um sicher im Gelände unterwegs zu sein, ist ein guter Sitz die beste Grundlage. Wie der sichere Sitz im Gelände aussieht, das erklärt zum Beispiel Vielseitigkeitsausbilder Chris Bartle im Lehrfilm „Grundlangen und Sicherheitsaspekte der Vielseitigkeitsausbildung“. Entlastungssitz und leichter Sitz werden gezeigt, und zwar von Leuten, die heutzutage alte Hasen sind: Dirk Schrade und Frank Ostholt sind in jungen Jahren hier zu sehen.

 

 pferdiathek Gräf

Die Hundemeute folgt heutzutage in Deutschland einer eigens gelegten Geruchsspur.

 

 Gepflogenheiten im Feld

Eine Jagd hat übrigens ihre eigenen Regeln und Gepflogenheiten. Hier sind ein paar Fakten, die jeder Einsteiger schon kennen sollte: 

  

  • Den roten Rock trugen vor Jahren nur die Männer!
  • Egal, wie das Wetter ist: Regenmäntel sind verpönt.
  • Ein Plastron hat viele Funktionen: Es sieht gut aus, wärmt den Hals, und kann im Notfall als Verband genutzt werden.  
  • Die Armbinden zeigen die Funktion an: Die Pikeure haben rote und grüne Armbinden, je nachdem, an welcher Position sie reiten (rotes Band für das Ende, grünes für den Anfang). Eine weiß-schwarz-weiße bzw.  schwarz-weiß-schwarze Armbinde hingegen trägt der Jagdherr bzw. sein Stellvertreter.

 

Was man sonst noch über Jagden wissen sollte, bevor man startet, erzählt unser Lehrfilm namens Jagdreiten – Freiheit im Galopp. Aber Achtung: Er weckt Sehnsucht! Ganz deutlich wird nämlich auch die Faszination fürs Jagdreiten darin. „Ich würde jedes Turnier laufen lassen für eine Jagd!“ sagt eine Reiterin im Film. Und ein anderer Reiter erklärt: Das schöne daran sei, dass es ja keine Sieger und Verlierer gäbe.

 

 

 

 

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