Ponyteam: Richtig lernen von Anfang an

von Jeannette Aretz

Datum: 03.11.2017


 pferdia PonyteamGemeinsam spielen und lernen, mit allen Sinnen: So die Idee vom Team Pony Concept. Der Lehrfilm "Pferdeliebe von Anfang an" ist jetzt vorbestellbar.  Alle Fotos: Inge Vogel

 

Dieses Konzept ist wirklich neu: Eine Ponyreitschule, die so pädagogisch arbeitet, dass sie auch die Kleinsten an das Wesen der Ponys heranführen kann. Wir sind begeistert und glauben, dass viele Schüler und Reitschulen vom Team-Pony-Konzept profitieren können! 

 

Bei Kinderreitunterricht denken die meisten an ein paar Longenstunden, und danach geht es ab in die Abteilungsgruppe. Genauso verläuft der Beginn einer typischen Reiterkarriere, und dafür muss ein Kind mindestens sechs Jahre alt sein, besser neun. Doch schon viel früher entsteht oft der Wunsch nach der Begegnung mit Pferden. Zudem kommt in vielen Reitschulen die Lehre über das Wesen der Pferde zu kurz: Was drückt ein Pferd wie aus? Wie zeigt es Wohlbehagen, wie zeigt es Unmut? Und wie funktioniert das, ein Pferd zu halten? Was braucht es?

 

Genau da setzt das Team Pony Konzept von Nicole Holland-Nell an. Sie betreibt die Pony Team Schule Oberwetz und wendet sich an Kinder von zwei bis neun Jahren. Das Konzept ist innovativ: Denn die Pädagogik und der Zugang zum Pferd steht im Vordergrund, und keine Reittechnik. Das entpricht auch den Wünschen der Kinder: Sie möchten sich um ein Pony kümmern, mit ihnen lernen und ihre Bewegungen spüren.

 

 

 

pferdia Ponyteam Die Kinder sitzen auch auf dem Pony - aber der Schwerpunkt liegt im Zusammensein.

 

Nun ist ihr erster Lehrfilm namens „Pferdeliebe von Anfang an“ bei pferdia abgedreht, bald wird er online zu sehen sein. Im Film wird ganz deutlich, was sie genau anders macht. Los geht eine Stunde in der Team Ponyschule zum Beispiel mit einem Lied – wie im Kindergarten oder in anderen Hobbygruppen. So werden alle auf die kommende gemeinsame Zeit eingestimmt, und es entsteht ein Gruppengefühl. Viele der nachfolgenden Übungen und Lehrinhalte kommen ohne Pony oder mit nur ein oder zwei Ponys für die ganze Gruppe aus. Und das, ohne dass die Kinder etwas vermissen. Viele Lerninhalte lassen sich nämlich wunderbar auch in der Stallatmosphäre, aber ohne lebendes Tier erklären. Stets wird das Gruppengefühl gestärkt, gespielt und gleichzeitig gelernt. Genau diese Dinge machen das Konzept auch für Kinder im Kindergartenalter zugänglich – und vereinfachen den Einstieg so sehr!

 

Das Kreidepferd auf der Stallgasse

Ein Beispiel: Das Kreidepferd. Nicole Holland-Nell malt auf die Stallgasse die Umrisse eines Pferdes. Sie erklärt, dass es unterschiedliche Bürsten für unterschiedliche Körperteile des Pferdes gibt und fragt die Kinder: „Mit welchem Putzzeug putze ich die Mähne?“ Ein kleines Mädchen legt die richtige Putzbürste daraufhin auf die aufgemalte Mähne des Bildes. „Und was hilft mir, wenn das Pony super staubig ist?“ fragt die Pädagogin. Die richtige Antwort kommt prompt, ein Kind zeigt den Striegel.

 

 

pferdia PonyteamDurch dieses Konzept kann der Zugang zum Pferd auch schon Kindern im Kindergartenalter ermöglicht werden.  

 

 

pferdia ponyteamZwei Lehrponies reichen aus - viele Spiele und Übungen finden in der Umgebung der Ponys statt, aber nicht jedes Kind braucht ein Reitpony.

 

Natürlich werden auch echte Ponys geputzt. Auch dafür gibt es kindgerechte Erklärungen. So können die Kinder vor dem Hufe auskratzen dies an sich selbst üben. Dafür schnallt sich ein Kind runde Platten, die wie dicke Hufunterseiten aussehen, um die Schuhe. Dann stellt es sich an den Putzplatz, als wäre es angebunden, also mit Blickrichtung Anbinder. Das Partnerkind übt daran, wie es Hufe auskratzen soll: Nah an den Partner rücken, den Blick nach hinten, den Strahl nicht zu fest bearbeiten.

 

Wie geht es dem Pony?

Sehr schön: Die Pädagogin macht die Kinder immer wieder darauf aufmerksam, das Pony gut zu beobachten und seine Körpersprache zu deuten. „Wie geht es ihm?“ fragt sie zum Beispiel, und ein Kind antwortet: „Er ist entspannt!“. „Woran siehst Du das?“ fragt sie weiter, und das Kind erwidert: An der Lippe! Die Oberlippe ist wohl durch das genießerische Putzen verlängert. Nicole Holland-Nell zeigt den Kindern, dass sie auch die Beine des Pferdes beobachten können, denn das Pony ruht mit einem Bein, was auch als Zeichen für Gelassenheit und Entspannung zu deuten ist.

 

 

pferdia PonyteamBeim Dreh: Singen und Spielen ist wichtiges Element. 

 

In der Halle geht es weiter mit Wissensspielen und Liedern: So wird mit einem Bild eines Pferdes geübt, wie die Körperteile des Ponys heißen. An der Bande hängt das Bild, auf dem der Körper des Pferdes in vier unterschiedliche Bereiche eingeteilt ist. Auf dem Hallenboden liegt eine Twistermatte, das ist ein Feld, das mit vielen großen Punkten ausgestattet ist. Diese sind so groß, dass ein Kinderfuß locker rein passt. Die Punkte haben die gleichen Farben, die auch auf dem Pferd verwendet sind. Nun fragt Nicole Holland-Nell: Wo liegen die Hufe des Pferdes? Und die Kinder müssen sich selbst auf der Twistermatte im gleichfarbigen Bereich platzieren. Das bringt Spaß und Wissen.

 

Vorbereitung für das Reiten

Es gibt auch Übungen auf dem Pony: So üben die Kinder zum Beispiel Hüftkreisen. Dafür haben sie eine Kissen zwischen Pony und Po und versuchen, ihr Becken rund darauf kreisen zu lassen. Die gleiche Übung machen andere Kinder der Gruppe zugleich auf dem Holzpferd. Die Pädagogin erklärt, dass diese Beweglichkeit des Beckens den Kindern später beim Reiten hilft, in der Bewegung mit zu gehen.

 

 

pferdia Kolly Holland-NellNicole Holland-Nell, Reitpädagogin.
pferdia Ponyteam Von ihr stammt das  Team Pony Concept.
 

 

Es geht also immer darum, eine Grundlage zu bieten, mit der die Kinder später wirklich Reiten lernen können. Ihnen aber schon in der Vorbereitung sehr viel Wissen rund ums Pony mitzugeben.

 

Mitmachen, um zu lernen

Später geht es dann in die Mitte der Halle, und die Kinder stehen im Kreis beisammen. Sie hören ein Lied, in dem immer wieder Dinge benannt werden, die die Kinder mit ihren Körpern imitieren können: Singt die Sängerin vom Galopp oder vom Piaffieren, dann machen die Kinder das ebenso. Auch die Körperteile des Pferdes werden so eingeführt und durch die Wiederholung am eigenen Körper (wo sind die Nüstern?) können die Kinder sich das gut merken.

 

Eine sehr schöne Spielidee auch: Die vom Detektivpony Prinzi. Dafür hat Nicole Holland-Nell alle möglichen Utensilien aus dem Reitstall auf einen Hocker sortiert. Dinge für Pferde – der Äppelboy zum Beispiel - und Dinge für Menschen – die Klopapierrolle zum Beispiel - liegen darauf allerdings wild durcheinander. Die Kinder sollen nun Prinzi fragen, was für ihn und was für sie ist. Dieses Pony im Film kann den Kopf für Ja! Oder Nein! schütteln, so dass für die Kleinen ein toller Spaß ist. Natürlich funktioniert das Spiel auch ohne diesen besonderen Trick gut.

 

 

>>> Der Film ist als DVD bereits im DVD- und Bücher-Shop von pferdia vorbestellbar.  Teil 1 und Teil 2 kosten zusammen 39,90 Euro, einzeln kostet jeder Film 25 Euro. 

 

   

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