3 Eigenschaften, die Deine Beziehung zu Deinem Pferd verbessern

von Jeannette Aretz

Datum: 08.02.2018


 pferdia Jenny Wild Peer Claasen  

Zeit für's Pferd ist essentiell für eine gute Parnterschaft. Das meint aber nicht nur, wie häufig man da ist, sondern auch, wie genau man hinsieht.  Alle Fotos: Inge Vogel  

 

Die Horsemanship-Trainer Jenny Wild und Peer Classen lernt ihr ganz neu bei uns in den Online-Videos kennen! Ihr erklärtes Ziel ist es, Menschen darin zu unterrichten, Pferde zu verstehen. Damit der Mensch ein zuverlässiger Partner für’s Pferd werden kann, ist einiges an Beziehungsarbeit notwendig. Genau darum geht es in diesem Artikel: Was der Mensch tun kann, um ein besserer Partner für das Pferd zu werden.

 

Wenn das Pferd wie ein Fluchttier reagiert und handelt, kann es für das Pferd und den Menschen gefährlich werden. „Die Pferde sollen es schaffen, sich mit dem Menschen zu verbinden und den Kopf einzuschalten“, erklärten die beiden Horsemanship-Trainer im ersten Teil unserer neuen Serie namens 'Natural Horsemanship verstehen'.

 

 

pferdia Jenny Wild Peer Claasen   

Peer Classen in Aktion. Das Paar arbeitet gemeinsam, ihr Stall befindet sich im Ruhrgebiet.

 

 

Der Mensch muss Kompetenz entwickeln

Beiden, Mensch und Pferd, soll eine partnerschaftliche Einstellung vermittelt werden, das Pferd hat nämlich dann auch die Chance, andere Lösungen anzubieten, als die instinktiven. Damit das Pferd dem Menschen vertraut, muss dieser so kompetent werden, dass er auch für das Pferd als sicherer, kompetenter Partner erscheint.

 

„Beziehungsarbeit bedeutet: Was sagen mir die Pferde, wie kann ich mich auf sie einlassen und fühlen?“, erklärt Peer Classen.

 

 

pferdia Jenny Wild Peer Claasen   

So lustig kann es dann auch mal aussehen - ein Moment aus der Spiegelübung, die Jenny Wild und Peer Classen beim neuseeländischen Trainer Ian Benson kennengelernt haben. Hierbei imitiert der Mensch das Pferd - eine kleine Sache, die viele Auswirkungen auf die Beziehung beider hat.

 

 

Jenny Wild erklärt Euch in drei Punkten, welche Eigenschaften Du ausbilden kannst, damit Du für Dein Pferd ein besserer Partner wirst.

 

  1. In sich selbst ruhig zu werden und eine innere Stärke aufbauen.
    Innere Stärke spürt das Pferd. Genauso wie negative Gefühle. Das können zum Beispiel Gefühle wie Mitleid, Traurigkeit oder Wut sein. Der Mensch tut gut daran, zu lernen, diese Gefühle auszublenden. Wenn in einer Einheit mit dem Pferd doch ein solch negatives Gefühl – Ungeduld, oder Wut zum Beispiel – hoch kommt, hört man im besten Fall kurz auf und holt Luft, kommt selbst zur Ruhe. Ist das Gefühl zu stark, macht man am besten gar nicht weiter. Entweder, man wechselt die Übung oder man beendet sogar die Arbeit mit dem Pferd, gibt es im Idealfall jemand anderem in die Hand. Festbeißen ist nämlich gar nicht gut! Am besten ist es, solche Gefühle frühzeitig bei sich selbst festzustellen, bevor sie zu groß werden. Also selbst sensibel dafür werden, wann es anfängt. So eine Frage zur Selbstbeobachtung kann beispielsweise sein: ‚Wann fängt man an, die Zähne zusammen zu beißen?’

 

 

 

pferdia Jenny Wild Peer Claasen Gemeinsam mit vielen Pferden frei arbeiten und die Pferde achten auf leiseste Zeichen der Ausbilderin: Das ist der Traum vieler Pferdeleute. 

 

 

  1. Geduld entwickeln und Zeit haben.

Alles andere macht vielen Pferden Angst. Es ist wichtig, dem Pferd Zeit zu geben, um zu verstehen, um zuhören zu können. Viele Antworten von Pferden werden nämlich überhört. Introvertierte Pferde brauchen oft mehr Zeit, als das allgemein angenommen wird. Frage ich zum Beispiel ‚Kannst Du einen Schritt rückwärts gehen?’, dann verstärken viele Menschen diese Frage schon, bevor das introvertierte Pferd die Frage umsetzen und entsprechend reagieren konnte. Diese Verstärkung kann das Pferd dann schon als Strafe wahrnehmen. Geduld hilft da sehr. Sobald das Pferd entspannt ins mitdenken kommt, kann man auch wieder schnell viel erreichen. Doch man sollte auch verinnerlichen, dass manche Dinge sehr lange dauern – das kann auch ein Leben lang sein! Sich der Basis zuzuwenden, ist sehr wichtig. Wenn man es auf die Schule überträgt, dann arbeiten manche in der ersten Klasse schon auf das Abitur hin. Doch später mangelt es an Sachen, die mit der Basis zu tun haben – deshalb sollte man sich immer um das kümmern, was gerade tatsächlich ansteht. Manches dauert einfach ganz viele Jahre.

 

 

  1. In eine positive Einstellung kommen

Es ist wichtig, zu lernen, die Versuche des Pferdes zu erkennen. Dankbar zu sein, was man vom Pferd bekommt. Denn nichts, was die Pferde für uns tun ist selbstverständlich. Alles, was wir von den Pferden bekommen ist ein Geschenk, jede Nähe, jede Antwort auf eine Frage. Die eigene Einstellung so auszurichten, dass man das Pferd nicht einfach hat, um sportliche Aktivitäten auszuüben, sondern als Partner und Freund, das macht viel aus. Dann geht es nicht um eine Erwartung, was das Pferd leisten soll. Dann werden Kleinigkeiten wichtig. Dann kommt es noch darauf an, diese wahrzunehmen und Feedback zu geben. Zum Beispiel durch ein Streicheln, ein Kratzen oder auch dadurch, sich zurückzuziehen und das Pferd in Ruhe zu lassen. Was angebracht ist, entscheidet die Situation. Die Pferde sind für diese Herangehensweise sehr sensibel.

 

>>> Die Filme mit Jenny und Peer laden wir Euch aktuell als Horsemanship-Kurs auf die pferdia Plattform! HIER könnt ihr den ersten Teil der Serie 'Natural Horsemanship verstehen' ansehen. Mehr über die beiden Trainer findet ihr in ihrem Autorenportrait bei uns.

 

  

   

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