4 Wochen für die Beziehung zu Deinem Pferd

von Jeannette Aretz

Datum: 14.05.2018


pferdia a life with horses mein faible

Zwei, von denen man bezüglich Zeit und Muße für Beziehung zwischen Pferd und Mensch was lernen kann. Foto: MeinFaible

 

Dieser Beitrag enthält Werbung  & ein Gewinnspiel. Zwei E-Books gehen nämlich an Euch!

 

Schon mal von Achtsamkeit gehört? Das bedeutet, ganz in einer Situation zu bleiben, ohne Erwartungen, ohne den Gedanken an das, was als Nächstes ansteht. Beim Zusammensein mit Pferden kann Achtsamkeit sehr viel mehr an Beziehung zum Pferd möglich machen. Mir hat Miri vom Blog MeinFaible da wirklich weitergeholfen. Eine E-Book-Rezension und ein Test, wie gut es im Alltag funktioniert, vier Wochen der Achtsamkeit zu widmen. 

 

Einer von vielen schönen Momenten an diesem Wochenende: Ailena, wie sie im Paddock im Sand lag. Müde, mit halbgeschlossenen Augen die Sonne genießend. So sah ich sie, als ich sie zum Reiten abholen wollte. Die Stute wollte gern noch etwas liegen bleiben – das haben wir dann auch so gemacht.

 

Ich musste dabei an Achtsamkeit denken. Das meint das Wahrnehmen von dem, was gerade ist, ohne daran direkt etwas ändern zu wollen oder in Gedanken schon beim nächsten Punkt auf der Tagesliste zu sein. Das ist nämlich auch das Thema eines E-Books, das ich gerade lese. Statt bei Ailena zu verweilen, ein wenig, hätte ich einfach sagen können: „Hey hallo Ailena! Los, komm, wir haben gleich Unterricht!“ Sie wäre bestimmt direkt aufgestanden, wenn ich ein bisschen energischer gefragt hätte. Es war ein perfekter Frühlingsmorgen. Sonnig und warm. Er war noch perfekter, weil ich ein bisschen innegehalten habe in dieser Situation.

 

Motivation für's Pferd

 

So konnte ich bemerken, dass sie mir vertraut und zwar so vertraut, dass sie liegen bleibt, egal, ob ich ihre Ponysträhnen neu krame, ihren Schnurrbart (sie hat tatsächlich einen!) zwischen meinen Fingern zwirbele oder mich an sie lege oder gar auf ihren Rücken klettere. Das klingt jetzt alles in der schnellen Aufzählung eher lästig, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass ich das nicht war in dem Moment.

 

Etwas später dann, als ich sagte: „Komm, Ailena, jetzt wär’s doch ganz schön, wenn wir mal loslegen“ ist sie mit hinunter gegangen, weg vom Paddocktrail, hinunter zur Reithalle. Ich hatte den Eindruck, dass dieses bisschen Verweilen uns beiden gefiel, und dass sie jetzt, nach ein wenig beisammen sein und trödeln, auch gern mitkommt.

 

Dieses darauf Achten, was gerade ist, das übe ich gerade. Dabei hilft mir immer wieder die Seite von MeinFaible, Miriam Cordonnier macht die. Sie hat sich darauf spezialisiert, das Thema Achtsamkeit mit den Pferden zu verknüpfen. Von ihr ist auch das Ebook mit dem Namen „Vier Wochen Achtsamkeit“. 

 

Besonders interessant für Reiter mit Stress

Ihr E-Book wartet schon lange bei mir darauf, angesehen zu werden. Da ich nämlich jemand bin, der immer sagt „zu wenig Zeit, zu viel Stress, hunderttausend Sachen zu tun“ und eben auch tatsächlich immer gern noch eine Schippe draufpackt (Kind, Arbeit, Reiten, Arbeit, Joggen, Pferd versorgen, Arbeit, Hund, Arbeit, Jungpferdewiese, Arbeit, Blog, Arbeit, Yoga, Arbeit) lag es wirklich lange, lange ungesehen herum. Das ist total schade, denn es ist wunderbar! Gerade für so Durch-Den-Alltag-Hetzer wie mich.

 

 

pferdia a life with horses mein faible

Diese wunderbare Stimmung springt einen bei Miri stets an - egal auf welchem Kanal, ob Blog, E-Book oder Instagram. Foto: www.alexandraevang.de

 

Reiter wahrnehmen, ohne zu urteilen

 

Eine Sache, die im E-Book viel Aufmerksamkeit bekommt, ist das Nicht-Bewerten. Das einfach Wahrnehmen ohne zu urteilen. Das ist etwas, was ich seit Längerem übe und es besonders in unserer Reiterwelt wichtig finde. Es meint quasi das Gegenteil vom Besserwissen an der Bande. Nicht-Bewerten meint für mich: Sich Menschen, Reitweisen, Ausbildungssysteme häufig und mehrfach anzusehen, mit neugierigen Augen und bestem Ansinnen. Und erst spät, spät urteilen. Wir sehen immer nur Teile des Puzzles.

 

Mentaltraining für Reiter 

Witzig finde ich ja immer, wenn sich Dinge aus verschiedenen Richtungen nähern. Für die Reiter Revue habe ich gerade einen Artikel über Wut im Sattel recherchiert (richtig, es gab auch schon einen Blogartikel von mir dazu, wo ich über dieses Gefühl Wut schreibe, wie ich es schon im Sattel erlebt habe, hier. Der neue Artikel behandelt das Thema journalistisch, es erklären also diverse Experten, was man tun kann bei Wut und wie sie überhaupt entsteht). Ein Tipp der Mentaltrainierin Anke Heimsoeth, um generell zufriedener zu werden, ist: ein Dankbarkeitstagebuch führen. Genau das findet sich auch in Miris E-Book als Übung wieder. Schön finde ich, dass bei Miri alles machbar klingt, denn „es reicht schon ein kleiner Satz“ jeden Abend, schreibt sie. Obwohl es ein Vier-Wochen-Selbstlern-Kurs ist, habe ich überhaupt nicht das Gefühl gehabt, ich hätte mir jetzt noch einen Berg Arbeit zusätzlich aufgeladen.

 

Wissenschaftlich zu erklären

Das Dankbarkeits-Tagebuch ist übrigens keine spinnerte Sache, sondern es lässt sich sogar medizinisch erklären, warum das unsere Wahrnehmung schult. Das Stichwort hierfür ist Neuroplastizität – was bedeutet, dass das Gehirn formbar ist. Trainiert man bestimmte Dinge, dann verändern sich die Verschaltungen zwischen Nervenzellen und es können sich - zum Beispiel bei Leistungssportlern und Profimusikern ist das nachgewiesen - sogar übergeordnete anatomische Strukturen verändern. Neurale Netzwerke können sich infolge von intensiven Lern- und Umwelterfahrungen reorganisieren – so beschreibt das Neurowissenschaftler Professor Dr. Lutz Jäncke von der Universität Zürich zum Beispiel in "Spektrum der Wissenschaft". Vereinfacht ausgedrückt und auf unser Beispiel bezogen: Trainiert man Dankbarkeit, dann fällt einem so etwas auch häufiger automatisch ein. Das macht zufriedener. Denn so kann man negative Gedanken langfristig auch bewusst durch positive ersetzen, zunächst bewusst, irgendwann auch unterbewusst.

 

Ein E-Book für mehr Achtsamkeit

Ich will nicht zu viel verraten – denn dieses E-Book ist eine Anleitung für eine Reise zu sich selbst und zu dem, was man gern im Leben machen möchte und sein möchte. Nicht nur im Reiterleben! Vier Wochen Achtsamkeit heißt es und es ist in diese vier Wochen auch gegliedert. Pro Woche gibt es unterschiedliche Schwerpunkte und praktische Übungen. Die Einheiten sind klar, flüssig und nicht aufgebauscht, es ist ein schmales Büchlein mit um die 40 Seiten, die alle Zuversicht ausstrahlen und irgendwie sehr viel Lust auf Machen schaffen.

 

Das E-Book ist übrigens mit sehr schönen Bildern von Alexandra Evang illustriert, die eine echte Beziehung zwischen Mensch und Pferd spürbar machen. Man sieht ganz viel Freude, Energie und Nähe. Miri sitzt da zum Beispiel inmitten der Herde ihrer Stute Faible im Schnee, das Licht ist weich und klar und es kommt einfach nur eine wunderbare Sehnsucht nach der Bindung zwischen Pferd und Mensch rüber.

 

Energiefresser und Energiespender

Eine Kleinigkeit noch: In einem Punkt im Buch wird davon gesprochen, dass man mal auflisten soll, was einem Energie gibt und was einem diese nimmt. Was oder wer das im Alltag sein kann. Dazu gibt es eine Übung, wie diese Punkte angeschaut und eingeordnet werden können.

 

Was an der Pferde-Reha gut war 

Ich habe pferdetechnisch in der letzten Zeit bemerkt, dass es bereichernd ist, sich mal andere Dinge rund um das Pferd anzusehen. Dinge, die man sonst nicht tut und die daher nicht mit Erwartungen an sich selbst („Besser werden, mehr tun“) verbunden sind. Zum einen habe ich das in der langen Reha-Zeit meines Ponys bemerkt. Ich musste sie wochenlang Schritt führen, später auch an der Hand traben. Dass wir durch das Dorf gelaufen sind, an Kirche und Bäcker vorbei, an einer anderen Pferdeherde, an Baustellen und Straßen, das hat die Stute nochmal gelassener gemacht und unserer Bindung gut getan. Ganz nebenbei bin ich wieder viel mehr zum Joggen gekommen, mit ihr an der Hand und dem Hund noch dazu. Das war wunderschön, und ich hätte das niemals so häufig, jeden Tag, getan, wäre sie gesund geblieben. Das war ganz klar ein Punkt, der mir die letzten Wochen viel schöner gemacht hat – ein Energiespender. Ich habe den Frühling wirklich sehr direkt erlebt dieses Jahr, weil ich einfach jeden Tag noch mehr unterwegs und draußen war. Ich habe das nicht erwartet, weil ich ja sowieso jeden Tag auch sonst mit dem Hund unterwegs bin. Aber immer auf unseren gängigen Runden, zu stets ähnlichen Uhrzeiten. Das war jetzt anders.

 

Ich habe sofort Waldbodengerüche in der Erinnerung und spätabendliche Sonnenstrahlen vor Augen, die durch die Bäume auf den Weg treffen, wenn ich darüber nachdenke. Es war einfach schön, gerade auch diese Regelmäßigkeit täglich. Das habe ich letztlich dem Griffelbeinbruch zu verdanken. Verrückt, denn eigentlich will man ja nun wirklich keine Krankheitsgeschichten mit Pferd haben!

 

Voltigieren für Erwachsene 

Zufällig habe ich in der vergangenen Woche noch etwas anderes Neues ausprobiert, nämlich Erwachsenen-Voltigieren. Dort hingegangen bin ich mit rein gar keinen Erwartungen. Ich bin hingegangen, weil ich dachte, das könnte ein tolles Magazinthema sein, denn dort voltigieren Zwanzigjährige gemeinsam mit Mittsechzigern. Der Selbstversuch zeigte mir: Das macht richtig viel Spaß! Es ist auf gute Art anstrengend. Anstrengender, als ich dachte, denn ich hatte ordentlich Muskelkater in den Oberarmen danach! Das sind für mich zwei Beispiele für Energiespender und zugleich für das Achtsam-im-Moment-sein, ohne Erwartungen und ohne zu urteilen.

 

Also: Ich bin froh, dass mir Miri dieses E-Book geschickt hat. Es ist leicht und das ist gut. Denn niemand braucht noch mehr Stress und Anstrengung, wenn er eben diese loswerden möchte. Ich mag es sehr – ich mag ihre Art, zu schreiben, und die Ideen, die sich so klar und wenig aufdringlich darin sammeln. Natürlich ist das nur etwas für Menschen, die Lust auf Coaching und Selbsterfahrung haben. Wenn man sich darauf einlässt, dann bereichert es!

 

Wer eines dieser E-Books gern hätte: Ihr könnt zwei davon bei mir drüben auf dem Blog www.alifewithhorses.de gewinnen. Oder einfach bei Miri eins bestellen, hier auf ihrer Seite MeinFaible.  

 

 

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Einmal die Woche gibt's hier im pferdia-Magazin einen Artikel aus dem Blog www.alifewithhorses.de. Hier spreche ich, Jeannette, über Motivation & Gedanken zu den Pferden, zum Reiten und zum Drumherum. 

 

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